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Ist Coaching etwas für mich?

Ist Coaching etwas für mich?

Saskia Dierkes
Saskia Dierkes

Saskia Dierkes ist Mutter von 2 Kindern, leidenschaftliche Führungskraft, Leanmanagerin und zertifizierte systematische Business Coach. Ihr Herzensthema ist es, Frauen zu helfen zu mehr Selbstbestimmung und Kraft in ihrem Vereinbarkeitsalltag zu finden.

Warum Coaching?

Ich weiß nicht warum, aber Coaching hat mich schon viele Jahre fasziniert. Wobei mein Blick auf Coaching lange nicht sehr positiv war. Bis ich mich dann wirklich damit befasst habe, hat es noch einige Jahre gedauert. Vielleicht auch, weil ich in einer Branche gearbeitet habe, in der mir viele gecoachte Führungskräfte begegnet sind. Nach einem langen, intensiven und sehr teurem Coaching sind diese dann wie Zombies durch die Flure gewandelt. Ihre als negativ empfundenen Umgangsformen (die sie aber immerhin menschlich gemacht haben) hatten sie abgelegt und durch merkwürdige andere ersetzt. Was übrig blieb, war ein Zombiewesen.

Ein Beispiel: Kennst du die Aufforderung zur Ich-Formulierung? Der Gedanke ist sehr wertvoll. Es geht darum, in deiner Kommunikation bei dir zu bleiben. Verallgemeinere nicht, mache klar, dass es dir so geht, dass es deine Gefühle sind. Richtig umgesetzt kann das viel helfen. ABER: Wenn das dann dazu führt, dass Führungskräfte wie dressierte Äffchen wirken, weil sie nur krampfhaft jeden Satz umformulieren, dabei aber nicht umdenken, ist niemandem geholfen.

Inzwischen bin ich selbst zertifizierte systemische Business Coach und ich hätte niemals gedacht, dass es mein Leben so sehr verändern würde. Ich möchte heute hier für dich ergründen, ob Coaching vielleicht auch etwas für dich seien kann. Und freue mich natürlich auch über Kommentare, falls du es schon einmal probiert hast oder darüber nachdenkst.

Coaching

Was ist nun Coaching?

Der Begriff ist nicht geschützt. Also hier meine Interpretation. Für mich ist einer der entscheidensten Aspekte, dass Coaching auf Augenhöhe stattfindet. Anders als bei der Beratung, bei der der/die Beratende Experte seines/ihres Themas ist und dir etwas beibringt oder dir z.B. hilft, konkrete Verbesserungen in deinem Business herbeizuführen. Und auch anders als bei der Therapie, bei der meist ein Krankheitsbild vorliegt und die Verantwortung bei dem Therapeuten liegt, dir zu helfen.

Beim Coaching hilfst du dir selbst. Der/die Coach gibt “nur” den Anstoß. Das “nur” ist natürlich relativ, denn es ist manchmal wesentlich schwieriger, einen Menschen selbst zu Erkenntnissen zu verhelfen, anstatt ihm/ihr einfach zu sagen, was der eigenen Meinung nach das Problem ist. 

Wir Eltern kennen das alle. So oft sagen wir den Kinder, „lass dies oder jenes”, „du wirst dir weh tun”, „es ist nicht gut für dich”… Aber wirklich verinnerlichen tun unsere Kinder es dann, wenn sie es selbst entdecken. Das heißt natürlich nicht, dass du beim Coaching dir erstmal weh tun musst und dann daraus lernst. Wir sind ja inzwischen erwachsen und unsere Erfahrungen sind deutlich weniger körperlich als in der Kindheit. Aber es bedeutet, dass dir niemand ein Problem oder eine Lösung benennt, sonder dass dein/e Coach dir Fragen stellt. Diese Fragen führen in verschiedene Richtungen, wo etwas sein könnte, das für dich hinderlich ist. Und glaube mir, wenn du es selbst entdeckst, ist das ein wahnsinnig befreiendes Gefühl. Weil du weißt, dass es wahr ist. Es sind nicht die Worte von jemand anderem, die vielleicht auch ganz gut auf dich passen. Es sind deine eigenen. 

Was wird also im Coaching gemacht? Das ist die Frage, die ich mir als nächstes stellen würde. Stell dir vor, du hättest heute eine Coaching Session frei. Worüber möchtest du sprechen? Versetzt dich das schon ein wenig in Panik? Keine Angst, so geht es vielen. Welche Frage habe ich denn? Welches Thema will ich denn besprechen? Und die allermeisten können das erstmal gar nicht direkt benennen.

„Eigentlich ist doch alles ok, ich brauch das gar nicht.“

Ja, eigentlich ist alles ok. Das trifft vielleicht auch auf dich zu. Aber vielleicht könnte es eben auch leichter, stressfreier oder erfüllender sein. Es ist natürlich keine lebensbedrohliche Situation. Klar, manchmal hättest du vielleicht gerne mehr Energie am Ende des Tages. Du würdest gerne gelassener mit deinen Kindern umgehen. Irgendwie möchtest du auch an deiner Kommunikation oder an deiner Außenwirkungen etwas ändern. Aber Hilfe brauchen…?!? Vielleicht gestehst du dir sogar in dem Moment, in dem du enttäuscht wirst oder mal wieder laut gegenüber deinen Kindern geworden bist, ein, dass du gerne Hilfe hättest. Aber sobald die konkrete Situation vorbei ist, denkst du schon: „Ach so schlimm ist das ja alles nicht.“

Kennst du das?

Ich glaube, das ist ein ganz normaler Schutzmechanismus. Ein Vorschlag: Geh einfach ohne bestimmtes Thema oder bestimmte Fragestellung zum Coaching. Nimm es erstmal als ein wenig Wellness für die Seele an. Einfach hingehen und dich leiten lassen. Jeder hat etwas, über das er oder sie sprechen möchte. Im Coaching wirst du merken, dass die Themen von selbst kommen.

Wie läuft also ein Coaching ab? Hier mal ein Beispiel wie ein Coaching aussehen könnte:

Zunächst muss man sich ja kennen lernen. Du erzählst von dir, von deinem Alltag, von deinen Herausforderungen. Du wirst merken, dass schon die Art des Zuhörens deines Gegenübers etwas mit dir macht. Es ist anders als bei einem Gespräch unter Freunden. Es geht wirklich um dich. Du kannst frei berichten und wirst nicht verurteilt. Dir fallen beim Sprechen selbst schon Dinge auf und du fragst dich vielleicht, warum dir das nicht längt klar war. 

Ein wichtiger Bestandteil von Coaching ist die Zielfindung. Ein Coaching sollte immer zeitlich begrenzt zu einem Thema stattfinden und auf ein klares Ziel hinarbeiten. So kannst du dir auch sicher sein, dass es wirklich etwas bewirkt für dich.

Danach geht es darum, dass du dich selbst noch ein bisschen besser kennen lernst. Was sind deine Werte, Bedürfnisse, Glaubenssätze? Du wirst hier die Kraft der Fragen ganz deutlich spüren. Coaching lebt von verschiedenen Fragetechniken. Bei deinen Mitmenschen empfindest du Fragen vielleicht manchmal als bohrend, vorurteilsbehaftet oder sie üben vielleicht sogar Druck auf dich aus. Hier ist es etwas ganz anderes. Es ist ein Raum für dich. Die Fragen helfen dir zu reflektieren. Verschiedene Wege in deinen Gedankengängen zu nehmen. Aber auch dich wieder zu zentrieren, zu fokussieren. 

Nun werdet ihr Lösungsansätze erarbeiten. Hier gibt es natürlich viele verschiedene Methoden, die dir je nachdem was dein Ziel ist, helfen eine passende Lösung für dich zu erarbeiten. Wichtig ist auch hier wieder, dass der/die Coach dir als Partner:In die ganze Zeit zur Seite steht, aber über die Lösung entscheidest du.

Klassiche Fragestellungen, die du im Coaching bearbeiten kannst und Beispiele zur Veranschaulichung dazu:

  • Persönliche Motivation und die Entwicklung des weiteren Wegs. Als Mutter sehen sich viele Frauen, z.B. vor dem Wiedereinstieg in das Berufsleben, mit der Frage konfrontiert: Ist mein bisheriger beruflicher Weg eigentlich noch das, was ich will? Vielleicht interessiert es dich inhaltlich nicht mehr so stark oder die Rahmenbedingungen sind nicht mit deinem Familienmodell vereinbar. Aber was dann tun? Was motiviert dich eigentlich? Wohin möchtest du dich entwickeln? 
  • Positionsbestimmung. Als Mutter stehst du oft vor Konflikten und schwierigen Entscheidungen. Wahrscheinlich sogar beruflich wie privat, denn alles bedingt sich. Im Coaching kannst du klären, was deine Rolle in dem Konflikt ist. Bist du z.B. Richterin bei dem Streit unter deinen Kindern? Und wenn ja, ist es wirklich die Rolle, die du einnehmen möchtest? Für schwierige Entscheidungen hilft dir eine klare Bestimmung deiner Position. Oft reagieren wir eher aus Gewohnheit denn aus einer klaren selbst durchdachten Position.
  • Entwicklung geeigneter Selbstführungs- und Problemlösestrategien. Stehst du oft vor ähnlichen Problemen? Schaffst du es nicht dich zu priorisieren? Gerätst du immer wieder in den gleichen Konflikt mit deinem Kind, das morgens nicht aufstehen will? Natürlich ist das alles ganz normal. Aber es raubt dir auch eine Menge Kraft für deinen Alltag.
  • Umgehen mit Macht. Denkst du gerade an eine(n) Geschäftsführer:In oder ähnliches? Wir Mütter haben so viel Macht, mit der wir sorgsam umgehen sollten. Weißt du wie du mit Macht umgehst? Hast du dir mal bewusst Gedanken darüber gemacht? Im Coaching kannst du hier genau hinschauen. Wo hast du Macht und wie soll dein Umgang mit Macht sein?
  • Auftritt und Wirkung. Das ist wohl ein Punkt, über den sich insbesondere wir Frauen schon viele Gedanken gemacht haben. Manchmal zu viele. Aber gleichzeitig sind deine Kommunikation und deine Art der Kooperation Merkmale, die dein Familien- und Berufsleben massiv beeinflussen. Gute Kommunikationsstrategien können dir nicht nur jede Menge Streit und Stress ersparen. Sie führen auch dazu, dass deine Bedürfnisse Raum finden. Kooperation ist etwas, was wir von unseren Kindern den ganzen Tag verlangen, aber wie gute Vorbilder sind wir ihnen dabei eigentlich? Auch hier lohnt es sich definitiv hinzuschauen.
  • Persönliche Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Vereinbarkeit. Wie gut achtest du auf dich selbst? Was ist notwendig, damit deine Gesundheit und damit auch Leistungsfähigkeit erhalten wird? Was bedeutet Vereinbarkeit für dich und wie kannst du das konkret umsetzen?

Zuletzt geht es um die Umsetzung. Der Erfolg des Coachings steht und fällt mit deinem Commitment. Der/die Coach ist zwar an deiner Seite, aber die Verantwortung bleibt bei dir. Das ist es, was es auch so wirkungsvoll macht. 

Ist nun Coaching etwas für dich?

Hast du dich in einem der Beispiele oben wiedererkannt? Oder hat es dich angeregt, eigene Themen zu finden, an denen du gerne etwas ändern möchtest? Ich glaube, dass Coaching etwas für jeden ist. Ich bin überzeugt davon, dass es uns als Gesellschaft sehr viel positiver entwickeln würde, wenn wir alle diese Reflektions- und Entwicklungshilfe zur Verfügung hätten.

Nun ist die Hürde für viele Menschen aber zu hoch. Coaching kostet natürlich auch Geld und Zeit. Zusätzlich musst du einen Menschen finden, der zu dir passt und bei dem/der du dir der Qualität des Coachings sicher sein kannst.

Wir wollen mit der BeAlice App einen niedrigschwelligen Einstieg schaffen. Selbstcoaching-Bücher sind inzwischen eine gängige Methode, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, aber sie können im Gegensatz zu einer App nicht auf deine akute Situation eingehen. Unsere App kann das. Wir haben uns ausschließlich auf Mütter konzentriert, um die Bandbreite an Themen so spezifisch zu halten, dass sich alle Mütter darin wiederfinden. Wir sprechen all deine Sinne an und helfen dir, in eine neue Welt einzutauchen. Auch wenn das oft nur für eine kurze Zeit klappt, denn wir kennen ja alle den Alltag als berufstätige Mutter.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du Teil unserer Warteliste wirst. Als kleines Dankeschön senden wir dir regelmäßig stärkende Coaching Sessions, die du leicht in deinen Alltag integrieren kannst. 

Eine Antwort

  1. Großartig! Nach 6 Monaten mit meinem ersten Sohn zuhause, habe ich genau das empfunden. Große Dankbarkeit wieder berufliche Themen haben zu können. Die Vereinbarkeit von Job und insbesondere kleinen Kids kostet Kraft – ist aber machbar.

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